Franz Erinnerungen

Diese Seite wurde am 02.08.2022  erstellt und am 16.08.2022 zuletzt bearbeitet. Franz versucht seine Erinnerungen aus der Jugendzeit in Laab zu veröffentlichen. 


Gute Freunde haben mir geraten, meine ehrenamtliche Arbeit so stehen zu lassen wie sie ist. Auch wenn einige Laaber meinen, meine Berichte stimmen nicht und entsprechen nicht der Wahrheit. Eine Laaberin meinte sogar, dass ich lange warten kann, bis die die Laaber Obrigkeit zugibt, dass auch unbedeutende Laaber eine Chronik schaffen können. Immerhin war ich der 1.Laaber, der im Jahr 2000 erkannt hat, wie wichtig digitale Informationen sind. Dr. Norbert Netsch hat mir am Beginn meiner Arbeit eine kostenlose Domäne liesing.at zur Verfügung gestellt. Heute hat jede Gemeinde, jeder Verein und jede Glaubensgemeinschaft eine eigene Plattform, sodass meine Berichte nicht mehr gefragt sind. Mit den Berichten aus meiner Jugendzeit will ich festhalten, wie sehr sich Laab in den letzten 80 Jahren verändert hat. Liebe Güsse an jene Laaber, die meine Aufzeichnungen verstehen. Franz 13.08.2022


Franz und die Pfarrkirche St. Koloman

So habe ich noch die Pfarrkirche als Ministrant erlebt. Das Altarbild zeigte den Hl. Koloman, das Kommuniongitter, hier empfingen die Gläubigen kniend die Hl. Kommunion, 2 Seitenaltäre (Marienaltar und Hl. Josef Altar) Auf der linken Seite haben die Frauen Platz genommen, rechts die Männer.  Wegen der Seitenaltäre gab es nur 3 Fenster an der Südseite. An jeden Tag der Woche wurde um 7 Uhr eine stille  Hl. Messe gelesen. An Sonn und Feiertagen gab es um 9 Uhr eine Festmesse mit Orgel und Gesang der Gläubigen. Die Sonntagsmesse begann mit der Verlesung des Evangeliums und einer Predigt mit Pfarrer Franz Wernhart von der Kanzel. Dann wurde eine Segnung der Kirchenbesucher vor genommen. (Aspergis me?) Jetzt begann die hl. Messe, in lateinischer Sprache, die Ministranten antworteten in Latein. Mit einem Dank sei Gott (Deo gratias) war dann die Messe zu ende. In der Kirche gab es keine Heizung. Manchmal konnte man den Raureif an den Wänden sehen. Das "Zusammenläuten" mit Glockenstrick am Beginn der Messe war die Aufgabe der Ministranten.

Ein großes Ereignis war der Laaber Umgang. (Fronleichnam) Eine Beschreibung wird bearbeitet. Franz
 
 
 
 

Franz und die Laaber Landwirtschaft um 1945

23 Laaber Bauern und Landwirte nach meiner Erinnerung um 1945: Höflich Franz, Madl Karl, Pillwax Max, Lausenhammer Georg, Lausenhammer Johann, Pyringer Franz. Rauchberger August, Lichtblau Karl, Baumann Rudolf, Salzer Rudolf, Polzer Franz, Högn Franz, Högn Georg, Woltran Geschwister, Kloster BHS, Podingbauer Silvester, Nachfolger von Podingbauer Familie Taus? Aschauer Josef,  Weissenberger Johann, Fischlmayr Emmerich, Stagl Josef, Tromayer Franz, Weissenberger Josef. Die Bauern am Roppersberg: Anna Vanas, Familie Schmatz und Wallner. Schafzüchter Markus Aschauer ist neu.

Viele Laaber haben damals auch eine Kleintierhaltung betrieben. Hasen, Hühner und Ziegen wurden in kleine Ställen gehalten, um das Sonntagsessen zu einem Erlebnis zu machen. Ein Schrebergarten in der Franz Wernhartstraße war für viel Laaber die Basis für Gemüseanbau. Es gab im Lacinahaus einen Ziegenbock für die Laaber Ziegen. Der hat mit seinen "Duft" ganz Laab beglückt.

 

Mein Elternhaus  Innenhof 1957

Heuernte mit Rossfuhrwerk (Fischlmayr)

Die Laaber Bauern lebten damals von Viehzucht und Ackerbau. Die Viehzucht bestand aus Milchwirtschaft und Schweinezucht. Hin und wieder wurden auch Kälber von den Fleischhauern abgeholt. Die Milch aus Laab und Wolfsgraben sammelte  Karl Achatz auf einer Verladebühne neben der Postgarage. Die Schärdinger Molkerei holte sie zur Weiterverarbeitung ab. Die Landwirte fütterten auch Schweine für den Eigenbedarf und für den Verkauf. Die Fleischhauer aus der Nachbarschaft holten sie ab. (Nimmerrichter, Trinkl und Happel).  Der Ertrag vom Verkauf war ein wichtiges Zubrot für den Erhalt der Familie. Es wurden unsere Weihnachtsgeschenke damit finanziert. Der so genannte "Sautanz" war ein wichtiges Ereignis für unsere Familie und für die Nachbarschaft. Es wurden Blunzen und andere Würste aus den Gedärmen vom  Schwein hergestellt. Es gab fast keine Abfälle, die Hornzehen wanderten in den Mistkübel. Das Fleisch wurde gesalzen und in einem Bottich als "Surfleisch" zum Selchen aufbereitet. 

Der Ackerbau bestand aus Getreide und Hackfrüchten. Das Getreide wurde geschrotet und als Zubrot für Rinder und Schweine verwendet. Die Polsterer Mühle in Kaltenleutgeben lieferte im Tausch Mehl für den Hausgebrauch. Das Getreide (Roggen und Weizen) wurde von Hand gemäht, zu Garben gebunden und als Manderln im Acker aufgestellt. Nach Trockenheit des Getreides wurde es mit dem Ochsengespann ins Haus gebracht und im Stadel zwischen gelagert. Der Dreschertag im Stadel war Erlebnis besonderer Art. Viele Nachbarn kamen um zu Helfen. Meine Mutter hat groß auf gekocht. Viele Helfer waren notwendig um das Stroh und die Getreidesäcke an die richtige Stelle zu bringen. Das Getreide wurde zum Trocknen am Dachboden flach ausgeschüttet. Die Dreschmaschine wanderte von Hof zu Hof und wurde mit einem Dieselaggregat angetrieben. 

Kartoffeln und Rüben war eine wichtiger Anbau für die Laaber Bauern. Die Erdäpfel wurden in 2 Gruppen eingeteilt. Da gab es die "Sau Erdäpfeln" für die Schweine und die "Siglinde" für die Familie. Beide Sorten wurden im Keller nebeneinander gelagert. Im Speiseplan meiner Mutter waren die die Kartoffeln eine wichtige Beilage. Einmal die Woche gab es "Kranzel Dürre" vom Greissler Lichtblau,  ein Fest für uns Kinder. Der Rübenbau war für mich mühselig. Das Hacken und Vereinzeln war nicht meine Sache. Die Rüben wurden zur Aufbesserung der Schweinefütterung verwendet.

Fotos und Berichte von 3 Laaber Bauernhöfen aus meinen Aufzeichnungen.

Bauernhaus am Plattenberg 2000

Bauernhaus in der Hauptstraße 2000 

Bauernhaus Max Pillwax 1993

 
 

Franz und das Lazarett

Franz erinnert sich an die Deutschen Soldaten ohne Beine und Arme, die sich von den Kriegserlebnissen in Laab erholt haben. Damals wurde mir bewusst welche Schäden ein Krieg anrichten kann.  

Der 2. Weltkrieg war für mich am 6. April 1945 zu Ende. Damals kamen die Russen über das Hochstöckl lautlos nach Laab. Es ist kein Schuss gefallen.  Meine Mutter hat eine Gruppe freundlicher Russen bewirtet. Später kam das Fußvolk, der Russen mit Ura, Ura is? Die haben gestohlen wie die Raben. Ein Russe zeigte mir seine linke Hand, sie war bis zur Schulter mit gestohlenen Armbanduhren bestückt. Fahrräder und Uhren waren beliebte Beutestücke der Befreier.

Die Kriegsgefangenen Russen und die Besetzer Russen waren immer sehr freundlich mit uns Kindern. Sie haben mit uns gespielt und Süßigkeiten verteilt. Vermutlich haben sie diese Naschereien irgendwo gestohlen.

Die Russen "Hausten" von 1945 bis 1947 in diesen Gebäuden. Als Nachbarkind hatte ich viele Erlebnisse mit den Besetzern. Vor allem ist mir das Fluchen und das Schnapsbrennen aus Kartoffeln in Erinnerung geblieben. Wenn ich damals besser aufgepasst hätte, könnte ich heute vielleicht russisch sprechen. Ich habe mir leider nur die Fluchsprüche gemerkt.

 Nach Reinigung und Restaurierung der Gebäude wurde nach 1947 eine Lungenheilstätte der Krankenkasse eingerichtet. Viele Laaber hatten darin einen guten  Arbeitsplatz  gefunden. Im Jahr 1985 wurde ein neues Gebäude errichtet.

Rehab Laab (PVA) 2001

 

Mein Erlebnis in den letzten Kriegstagen April 1945: Damals waren deutsche Soldaten bei uns einquartiert. Ein Soldat zeigte mir eine Handgranate und sagte: Mich erwischt der Iwan nicht, er legte die Granate an seinen Kopf und deutete das Auslösen der Zündschnur an.  Die Soldaten waren in der  Nacht über den Lainzer Tiergarten abgezogen. Am nächsten Morgen  fand ich die Handgranate im Laaber Bach und zeigte sie voller Stolz meinen Eltern. Meine Eltern waren fassungslos. Was wäre gewesen, wenn ich als 8jähriger Junge an der Zündschnur gezogen hätte?


Franz und die Zeit in der Laaber Volksschule

Vom Jahr 1943 bis 1947 besuchte Franz die Laaber Volksschule. Es gab damals 2 Klassenzimmer, 1 Lehrerzimmer. 1 Zimmer für Lehrbehelfe und ein WC im oberen Stock. Ebenerdig war die Wohnung des damaligen Schulleiters Günther Riedl. Die Klassenzimmer waren in Schulstufen eingeteilt. 1. Klasse Stufe 1-3, 2. Klasse Stufe 4-8. Meine erste Lehrerin war Frau Sakrawa aus Rodaun, sie hat mich von einem Linkshänder zu einem Rechtshänder umerzogen. Das Staberl der Lehrerin und ein Schlag auf meine Finger hat dies bewirkt. Unsere größte Freude war dann gegeben, wenn die Sirene einen Fliegeralarm verkündete, dann durften wir nach Hause laufen.. Wir saßen damals auf  Schulbänken mit klappbaren Pult und Tintenfass. Die Schule hatte damals eine Uhr und ein Glockenwerk, das anzeigte, was es geschlagen hat. Mein Sohn Michael (1965) war der letzte Laaber der mit seinem Jahrgang die Volksschule 1971 besucht hat.  Seither gibt es keine Volksschule in Laab

Volksschule 1945 Ansicht von Westen Obstplantage Alois Tragfeit. Heute Kiga 1994

Volksschule 1914 Tafel im Gebäude

Laaber Volksschule 1934

Links: Laaber Volkschule Gruppenfoto mit Lehrerin Hazmucka und Lehrer Holzmann. Aus dem Jahr 1950

 Vorne in der Mitte meine Schwester Wilma (1942)sie hat mir geholfen. Ein Foto aus meiner Volksschulzeit habe ich nicht gefunden. Franz

Die damalige Volksschule und das Laaber Gemeindeamt 1982 mit Uhr in der Schulgasse.

Volksschule Dachboden 2004


 Franz und seine Erinnerungen... Laaber Postamt.
Das Postamt befand sich vor dem Krieg und nach dem Krieg in der heutigen Hauptstraße Nr. 18. Das Postamt hatte auch am Sonntag von 9 Uhr bis 10 Uhr geöffnet. Da konnte man eine Wochenkarte für den Schulbesuch mit dem Postbus nach Mauer kaufen. Im Vorraum des Amtes befand sich die erste öffentliche Telefonzelle. Es was eine schalldichte Holzkiste. Die Verbindung stellte Frau Nimpfer mittels Stöpselschaltung her. Man konnte am Schalter auch Einzahlungen am Schalter an das Finanzamt erledigen. Es gab wenige Telefonanschlüsse in Laab. Max Pillwax der Holzhändler hatte die Nr. 3. Die Leitungen wurden von den Häusern mit Masten an das Postamt geleitet. In kalten Nächten haben diese Drähte auch "gesungen". Das Eingangsportal wurde von der Zimmerei Krammer hergestellt.


Die Laaber Trinkwasserleitung 1928 wurde unter Bürgermeister Georg Högn wegen der Verseuchung der Laaber Dorfbrunnen gebaut. Es gibt auch einen Hochbehälter mit Trinkwasser im Lainzer Tiergarten.  Die Laaber Trinkwasserleitung wurde 2017 neu verlegt und saniert. Bei der  Verlegung der 1. Trinkwasserleitung  war Franz noch nicht auf dieser Welt, aber an die Brunnen in der Laaber Häusern kann ich mich noch erinnern.

Foto links zeigt  das Laaber Tor im Lainzer Tiergarten aus dem Jahr 2005. Auf der linken Seite des Weges ist  der Hochbehälter der Laaber Trinkwasserleitung zu sehen. Es ist dies ein  Hochbehälter aus den Quellen der Umgebung, um Laab nicht zu sehr mit dem Wasser der 2. Wr. Hoch Quellenwasserleitung abhängig zu machen. Er dient auch Druckbehälter um die Laaber von oben mit Trinkwasser zu versorgen. Das Jahr der Erbauung ist mir nicht bekannt. Vermutlich 1970?


Es war einmal Laaber Strandbad... Strandbad 2017

Franz erinnert sich an das ehemalige Weissenbergerbad in der Kolomangasse. Hier habe ich Brustschwimmen im Selbstkurs gelernt, ich musste vor Auguste Weissenberger eine Prüfung über mein Können ablegen und durfte dann ins Schwimmerbecken. Sehr beliebt waren bei der Laaber Jugend die nächtlichen kostenlosen Badeausflüge. Auguste vertrieb uns mit einem Besen. In diesem Bad war so fast alles verboten, schwimmen durfte man schon. Auguste legte Wert auf friedliche, Erholung suchende Badegäste. Auguste verstarb im Jahr 1981. Mein Sohn Michael (1965) kann sich noch an das Weissenbergerbad erinnern. 

Film mit Auguste Weissenberger. Diese DVD wurde mir von einer  Angehörigen der Familie Inge Heiss zur Verfügung gestellt. Danke!